Seit mittlerweile 85 Jahren hat sich Chrysler am automobilen Weltmarkt etabliert. Dabei war die Firmengeschichte immer wieder geprägt von ökonomischen Turbulenzen und Übernahmen durch verschiedene Konzerne. Das Unternehmen, das knapp 136.000 Mitarbeiter beschäftigt, hat seinen Sitz in den Auburn Hills im amerikanischen Bundesstaat Michigan. Im Jahr 2006 hatte Chrysler einen Umsatz von knapp 60 Milliarden US Dollar.
Bis zum Jahr 1998 war der amerikanische Automobilhersteller ein selbstständiges Unternehmen, bis es zunächst mit der Daimler-Benz-AG fusionierte und im Jahr 2007 an die Investmentgesellschaft Cerberus Capital Management verkauft wurde. Nach einer schwerwiegenden finanziellen Schieflage meldete das Unternehmen Ende April 2009 Insolvenz an, bevor es an den italienischen Fiat-Konzern überging.
Chrysler kauft und wird verkauft
Mit der Gründung der Chrysler Motor Corporation 1925 beginnt die Erfolgsgeschichte des Konzerns. Drei Jahre später übernahm Chrysler das viermal größere Unternehmen Dodge Brothers Inc. und wurde damit gleichzeitig zum drittgrößten amerikanischen Automobilbauer. Die Expansion auf den europäischen Markt dauerte allerdings bis zum Ende der 50er Jahre und war auch langfristig nicht sonderlich erfolgreich.
Im Jahr 1978 wurden erworbene Firmenanteile in Europa aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten an das französische Unternehmen Peugeot verkauft. Doch mit dem Verkauf war die finanzielle Schieflage nicht behoben und so stand das Unternehmen 1979 vor dem Konkurs, der nur durch eine 1,5 Milliarden Dollar schwere Bürgschaft von der amerikanischen Regierung abgewendet werden konnte.
Der nächste Höhepunkt der Firmengeschichte lässt sich 1998 notieren, als Chrysler mit der Daimler-Benz-AG zum Unternehmen Daimer-Chrysler fusioniert. Nach der Auflösung der Fusion folgte der Verkauf an die Investmentgesellschaft Cerberus Capital Management im Jahr 2007 und kurze Zeit später die nächste wirtschaftliche Schieflage.
Durch die Weltwirtschaftskrise brachen die Umsätze des Konzerns Ende 2008 drastisch ein. Im Vergleich zum Vorjahreswert sanken die Absatzzahlen um mehr als die Hälfte. Als Unternehmensretter trat Anfang 2009 der italienische Fiat-Konzern auf und kaufte ein Drittel der Anteile an der Chrysler-Group.
Mit der Verbindung des amerikanischen Unternehmens wurde bekannt, dass die beiden Fiat-Firmentöchter Chrysler und Lancia eng miteinander zusammenarbeiten werden. Dabei soll Chrysler vom italienischen Automobilhersteller wichtigen Support bei den kleineren Modellen bekommen. Auf der großen Detroit Motor Show 2010 wurde ein Prototyp des Lancia Delta als Chrysler Concept Car vorgestellt. Der Wagen ist bis auf Felgen, Lack und Embleme mit dem Lancia identisch.